Pfingstferien 2009: Chorreise ins Heilige Land

Der Kammerchor besuchte unter der Reiseleitung von Pfarrer z. A. Dr. Jörg Schneider und der musikalischen Leitung von Kantor Gottfried Mayer zehn Tage Israel und die palästinenischen Gebiete.

Durch die guten Beziehungen von Pfarrer Schneider - er verbrachte je ein Studien- und ein Vikariatsjahr in Jerusalem - besuchte der Kammerchor nicht nur die touristischen und biblischen Höhepunkte, sondern auch kleine Juwelen am Rande und hatten zahlreiche interessante menschliche Begegnungen.

Der Besuch begann mit dem Pfingstfest in Jerusalem, das bei den Juden als Shavuot das Wochenfest ist. Neben der Besichtigung der Altstadt mit u.a. Klagemauer, Grabeskirche und Tempelberg, und auch Stätten außerhalb der Mauern, wie den Garten Gethsemane und die Himmelfahrtkirche auf dem Ölberg, sang der Chor im deutschsprachigen Pfingstgottesdienst der evangelisch-lutherischen Erlöserkirche.

Hier kam es auch zur Begegnung mit Pfarrer Ibrahim Azar, dem christlich-arabischen Pfarrer für Jerusalem und Umgebung. Das Gespräch informierte über die Situation der Christen im Heiligen Land, aber auch das Verhältnis zu Juden und Muslimen, bis zu Alltagsproblemen, die sich daraus ergeben.


Akustik-Testen in der Himmelfahrtkirche auf dem Ölberg


Üben im Refektorium der Erlöserkirche

Auf dem Weg nach Bethlehem bot sich der Gruppe die Möglichkeit die christliche Schule Talitha Kumi auf palästinensischem Gebiet zu besuchen, in der auch muslimische Schüler unterrichtet werden. Die musikalische Gestaltung der Morgenandacht und die anschließende Führung durch die Leiter der Schule zeigten neue Facetten auf. Bethlehem, mit Besuch eines der Hirtenfelder und Geburtskirche, bot dem Chor am Abend die Gelegenheit zum musikalischen Höhepunkt der Reise.

Das Konzert in der St. Katharinen-Kirche war gut besucht. Es wurden Werke von Schütz, Brahms, Rheinberger, DuruflĂ© und Braun gesungen. An der Orgel spielte Matthias Fuchs aus Affalterbach Werke von Buxtehude, Bach, Messiaen, Mendelssohn und Rheinberger.

Auf weitere Entdeckungstour ging es in die Wüste. Eine abendliche Wanderung durch ein Wadi war ein besonderes Erlebnis. Viele Ruinenstädte mit reicher Geschichte und wechselnden Bewohnern wie Avdat, Massada, Bet She'an, Gamla und Tel Dan gab es zu besichtigen. Aber auch die Städte am Mittelmeer Haifa, Akko, Caesarea waren voller Überraschungen. Dazwischen gab es immer wieder schöne Wanderungen durch Naturparks und auf den Golanhöhen, natürlich war auch Baden im Toten Meer auf dem Programm.

Ein weiterer Schwerpunkt neben Jerusalem war der See Genezareth. Die biblische Welt und ihre Geschichte war hier intensiv erfahrbar. In Tabga, direkt am See, steht ein Altar am Platz der Brot- und Fischvermehrung. Hier feierte Pfarrer Schneider mit der Gruppe einen Abendmahls-Gottesdienst, der durch die Umgebung einen ganz besonderen Charakter hatte. Neben all den Sehenswürdigkeiten war auch das Singen ganz wichtig und so wurde selbstverständlich in jeder Kirche auch die Akustik ausprobiert und es wurden ein oder zwei Lieder gesungen.


Singen in den Ruinen von Avdat


Singen in den Ruinen von Bet Shean

Jeder Teilnehmer hat seine eigenen Höhepunkte und besonderen Erlebnisse mit nach Hause genommen, jedoch sind sich alle einig: es war eine ganz besondere Reise und eine schöne Gemeinschaft. Der Dank an Jörg Schneider und Gottfried Mayer wurde auch mehrmals zum Ausdruck gebracht.

Zuhause wurde die Gruppe von Angehörigen und Freunden in der Alten Abtei mit kleinen Leckerbissen und Getränken herzlich in Empfang genommen.